Einleitung
Diese Website soll einen Beitrag zur Information über Radioaktivität leisten, ausgehend von Beispielbetrachtungen über Radon.
Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas und normaler Bestandteil unserer Umwelt. Es trägt somit zu der natürlichen Strahlenbelastung bei, denen wir Menschen ausgesetzt sind.
Die natürliche Strahlenbelastung ergibt sich zum einen aus der chemischen Zusammensetzung der Erde. Diese bestand nach ihrer Entstehung nicht nur aus stabilen, sondern auch aus einer Vielzahl radioaktiver Elemente. Diese waren jedoch nicht langlebig genug, als dass sie heute noch als primordiale [1] Elemente vorkommen würden.
Mit einigen Ausnahmen: drei Isotope des Uran und eines des Thorium sind langlebig genug, um heute noch in großen Mengen vorhanden zu sein. Die natürliche Umweltradioaktivität ergibt sich einerseits aus den Zerfallsprodukten dieser Substanzen sowie dem Zerfall von Kalium-40, ein gleichfalls radioaktives Isotop mit sehr langer Halbwertszeit.
Eine weitere Quelle natürlicher Strahlenbelastung ist die kosmische Höhenstrahlung. Diese wird zwar von dem Magnetfeld der Erde sowie der Atmosphäre weitgehend abgeschirmt, im Gebirge jedoch, wo mit zunehmender Höhe die abschirmende Wirkung schwächer wird, nimmt diese Belastung zu. Ebenso geografisch bei zunehmender Polnähe, wo die Inklination des Erdmagnetfeldes zunimmt und dieses damit für die kosmische Höhenstrahlung durchlässiger wird. Die kosmische Höhenstrahlung ist auch eine Problematik bei Flugreisen, die primär für fliegendes Personal von Bedeutung ist; dieses ist ihr zeitlich länger ausgesetzt als im Vergleich dazu die weniger oft reisenden Fluggäste.
Andererseits hat sich der Mensch im Laufe der Evolution unter diesen Umweltbedingungen entwickelt (von Flugreisen abgesehen), so dass er an eine Strahlenbelastung ausgehend von der natürlichen Umweltradioaktivität angepasst ist. Weiter ist der Menschh selber auch eine Strahlenquelle, da er gleichfalls radioaktive Substanzen enthält. So finden im Körperinneren eines Menschen pro Sekunde etwa 8000-9000 Zerfälle statt. Die menschlichen Zellen besitzen deswegen Reparaturmechanismen gegen Strahlenschäden und es wird auch diskutiert, ob die Evolution ohne diese Strahlenbelastung in gleicher Weise und Geschwindigkeit erfolgt wäre.
Von der natürlichen Umweltradioaktivität geht somit keine besondere Gefahr aus. Ausnahmen bilden jedoch Örtlichkeiten, an denen die natürliche Strahlenbelastung deutlich erhöht ist. Da etwa die Hälfte der geogen verursachten Strahlenbelastung von Radon ausgeht, stellen dies insbesondere Orte dar, an denen ein erhöhter Radongehalt vorkommt.
| [1] | Als primordial werden Radionuklide verstanden, die bei der Bildung der irdischen Materie entstanden und heute noch vorhanden sind. So soll es beispielsweise noch primordiale Spuren von Plutonuim geben (ca. 1 kg in der gesamten Erdkruste), das auf der Erde vorhandene Plutonium ist aber ansonsten keineswegs primordial, sondern wurde später künstlich erzeugt. |